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Basisseminar im Wintersemester 2013/14

Prof. Dr. Dr. Lorenz Welker / PD Dr. Andreas Englhart


Spiel, Ritual und Schönheit: die Künste im Lichte der Neuro- und Evolutionswissenschaften (Modul: Kunst und Theorie)


Termin: Dienstags, 14-tägig, 17-20 Uhr. Raum wird noch bekannt gegeben.

Amalienstrasse 73A, Raum 112.


Immer mehr drängen evolutions- und verhaltensbiologische sowie hirnphysiologische Erkenntnisse auf ein Mitspracherecht, wenn es um die Frage nach der Natur des Menschen und um Musik, Theater, Film, Bildende Kunst, Performance, Literatur und Neue Medien geht. Die Künste leisten zwar einen signifikanten Beitrag zu dem, was den Menschen von seinen nächsten Verwandten im Tierreich unterscheidet. Und doch werden ihre überhistorischen, transkulturellen Aspekte nur selten thematisiert. Hier setzt das Seminar an: Sein Gegenstand sind die Künste in ihrem Verhältnis zur Biologie des Menschen, insbesondere zu den biologischen Grundlagen von Kunstproduktion und -rezeption im Zentralen Nervensystem und im evolutionären Erbe des Menschen. Im Speziellen wird uns die Frage nach dem Spiel, dem Ritual und der Schönheit in den Künsten interessieren. Etwa warum das Ritual von Aristoteles bis heute die Grundlage des Theaters, der Performance und der Filmdramaturgie sind, ob Mozart schon Babys und Kühe entzückt, warum das Spiel in allen Kulturen fasziniert und warum einerseits attraktive SchauspielerInnen auf der einen Seite weltweit anziehen, anderseits die Kunstgeschichte historisch auch ganz andere Schönheitsideale präsentiert. Wir erwarten spannende Diskussionen der aktuellsten Erkenntnisse und deren kritische Reflexion, versucht werden soll, eine neue (raus soll: „, gemeinsame“) methodische, begriffliche und diskursive Basis, eine gemeinsame Sprache für kultur- und lebenswissenschaftliche Forschung und deren Fruchtbarmachung für die Künste und die Kunstwissenschaften zu finden.


Literatur zur Einführung:

Fritz Breithaupt: Kulturen der Empathie, Frankfurt/M. 2009.
Karl Eibl et al. (Hg.): Im Rücken der Kulturen. Paderborn 2007.
Karl Eibl: Kultur als Zwischenwelt, Frankfurt/M. 2009.
Giacomo Rizzolatti / Corrado Sinigaglia: Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls, Frankfurt/M. 2008.
Michael Tomasello: Warum wir kooperieren, Berlin 2010.
John Tooby / Leda Cosmides: Schönheit und mentale Fitness. Auf dem Weg zu einer evolutionären Ästhetik. In: Uta Klein et al. (Hg.) Heuristiken der Literaturwissenschaft, Paderborn 2006, S. 217-244 (orig. engl. 2001).
Wolfgang Welsch: Mensch und Welt. Eine evolutionäre Perspektive der Philosophie, München 2012.